Walter Ludin

Christenverfolgung

Bitte nicht übertreibenEs ist traurig, wie viele Christen in verschiedensten Ländern benachteiligt oder verfolgt werden. Aber oft wird die Lage übertrieben dargestellt, so in der Neuen Luzerner Zeitung vom Mittwoch in einem ganzseitigen Artikel. Dort kommt ein Vertreter von Open Doors ausführlich zu Wort. Und eine grosse Weltkarte zeigt die Länder, in den es Christenverfolgung gibt. Dazu mache ich aufgrund meiner eigenen Recherchen grosse Fragezeichen:-Katar und Oman sind als Orte mit «starker» Christenverfolgung eingezeichnet. In Doha/Katar war ich mit meinem Mitbruder Paul Hinder, Bischof von Arabien, an der Grundsteinlegung einer Kirche. Und in Oman hat der dortige Herrscher (Sultan) dem Bischof gesagt: «Als ich in London studierte, stellte mir meine Gastfamilie ein Zimmer zum Beten zur Verfügung. Aus Dankbarkeit stelle ich euch Christen in meinem Haus (Land) auch ein Zimmer zum Beten zur Verfügung.» Im Klartext: Wie der Herrscher von Katar hat auch der Sultan der Kirche gratis Land zum Kirchenbau zur Verfügung gestellt.» Kann man da von «Christenverfolgung» reden?-Die Vereinigten Arabischen Emirate sind in der Karte als Länder eingezeichnet, in denen die Christen «weniger stark verfolgt werden». Demgegenüber betont Paul immer, dass dort (er wohnt in Abu Dhabi) keine Christen verfolgt werden. Es gäbe jedoch eine «eingeschränkte Religionsfreiheit»: nur ein Kirchengebäude pro Emirat (abgesehen von Ausnahmen). Ebenso sei der Übertritt zum christlichen Glauben verboten.In diesem Zusammenhang: Das evangelikale Werk Open Doors animiert Muslime in muslimischen Ländern zur Konversion. Und ist dann erstaunt, dass die Konvertiten verfolgt werden …

31. Dezember 2011 | 02:15
von Walter Ludin
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