Gehorsamskatholiken
«Unterwerfungssucht»Aus einem anregenden Beitrag von H. Kohlmaier über «Gehorsamskatholiken»:Längst hat sich ja das Wissen über Religion und Glauben von Kanzel und Katechismus gelöst. Die Behauptung, dass der Papst Nachfolger des Apostels Petrus und als solcher mit unbeschränkter Autorität ausgestattet sei, hat sich als falsch herausgestellt. Das ins Evangelium mit hoher Wahrscheinlichkeit später eingefügte Wort Jesu vom «Felsen, auf dem die Kirche gebaut» werden sollte, hätte sich niemals auf jenes Gebilde beziehen können, das unter der Schirmherrschaft der römischen Kaisertums entstand und dessen weltliche Ämter kopierte.Das Papstamt, vor dem sich die Traditionalisten bedingungslos beugen, entstand lang nach dem österlichen Geschehen als Ergebnis von Machtauseinandersetzungen. Das spricht nicht gegen ein höchstes Amt des Dienstes in der Kirche an sich! Sehr wohl aber gegen dessen «Heiligkeit» sowie seine Missachtung aller errungenen Regeln der Zuteilung, Begrenzung und Kontrolle von Macht. Warum erkennen die Gehorsamskatholiken nicht, dass die Behauptung einer «Stellvertretung» Gottes im Grunde nicht nur eine Art von Größenwahn darstellt, sondern auch blasphemisch ist? Kann man wirklich «glauben», Gott habe seine höchste Macht fehlbaren Menschen übergeben? Wie ist das zu erklären?(….)So sehr man Unterwerfungssucht als psychische Abartigkeit verstehen kann, ist aber unbegreiflich, dass sie in einem System gefördert wird, das sich «christlich» nennt! Ergibt sich doch aus dem Evangelium ganz eindeutig, dass Jesus Herrschaftsstrukturen ablehnte. Er verwarf Ränge und Würden und verurteilte jene scharf, die als selbsternannte Autoritäten den Menschen Lasten durch Regeln auferlegen, die nicht von Gott kommen, sondern nur Menschenwerk sind. Ist das den «Papsttreuen» nicht bekannt, oder verdrängen sie es einfach? Warum sprechen sie einen Menschen als «Heiligen Vater» an, obwohl dies Jesus ebenso nicht wollte wie das Ablegen von Gehorsamsgelübden?
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