Walter Ludin

Kirchliche Provokationen

Aber bitte sinnvolle!Es ist öfters zu hören, die Kirche dürfen den Leuten nicht nach dem Maul reden. Sie müsse anecken, provozieren und dürfe nicht das wiederholen, was eh schon alle sagen. So tönt es meistens von rechts. Und gemeint ist z.B., dass die Kirche die Unauflöslichkeit der Ehe betont – auch wenn sie dabei Geschiedene unbarmherzig und lieblos behandelt. Nein, dies darf mit «heilsamer Provokation» doch nicht gemeint sein.Wirklich positive Provokationen finde ich beim Wühlen in alten Unterlagen: das Edito des Pfarrblattes von Thurgau und Schaffhausen, Nr. 1. 2010, verfasst von meiner leider inzwischen zurückgetretenen Kollegin Ann-Kathrin Gässlein: «Unsere Kirche hat auch Botschaften, die in den Ohren der Mehrheitsgesellschaft unangenehm tönen: Sie fordert, dass sich Entwicklungshilfe nicht nur an materiellen Aspekten ausrichtet, sondern Solidarität beim Wort nimmt. Was schlicht bedeutet, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, die vor ‹menschlich unannehmbaren Lebensbedingungen› fliehen. Sie ermahnt und erinnert an die schwierige Situation, wenn Christen und andere Angehörige religiöser Minderheiten weltweit verfolgt werden. Und verlangt zeitgleich die Religionsfreiheit für alle, selbstverständlich auch für Muslime, zu achten. Sie räumt den Massnahmen gegen den Klimawandel höchste Priorität ein, und prangert dabei die ‹selbstsüchtigen nationalistischen Interessen› an.»————————-Wie anders sähen Kirche und Welt aus, wenn es immer wieder zu solchen Provokationen käme – und die unheilvollen vergessen würden!!!!

17. November 2011 | 01:39
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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