Geringschätzung der Bischöfe
Das starre Lehrgebäude der Theologie beginnt im Vorfeld des Konzils zu zittern. Sebastian Tromp SJ, Sekretär der Vorbereitungskommission für Lehrfragen, ist um das thomistische und geschlossene theologische Lehrsystem besorgt. In den Bischöfen sieht er offenbar keine verlässlichen Garanten für die Fortführung der bisher in Rom dominanten theologischen Richtung.
Der Utrechter Kardinal Bernard Jan Alfrink hatte Julius Kardinal Döpfner den Hirtenbrief der niederländischen Bischöfe sowie darauf reagierende römische Äusserungen («Gutachten») zukommen lassen. Obwohl Döpfner in seiner auf den 24. September 1962 datierten Antwort an den niederländischen Amtsbruder seinerseits offenherzig Bedenken gegenüber dem Hirtenbrief äussert, weil dieser als kirchenamtliches Dokument «etwas zu stark von einer besonderen theologischen Sicht her formuliert» sei, befremden ihn die Gutachten. Dort sei «jene Haltung wirksam, die uns in den letzten Monaten bei so manchen Anlässen viel Kummer machte. Die Bemerkungen von P. Tromp – er ist ja sicher der zweite Gutachter – finde ich ungezogen. Ich habe auch aus anderen Quellen den Eindruck, dass er uns Bischöfe für theologisch unterentwickelt und sorglos in den Zeitirrtümern ansieht».(ab/emf; vgl. Dö 276f)
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