Walter Ludin

Rechtspopulismus

«Wir sind nicht machtlos»(Ich hatte den Auftrag, die Luzerner GasseZytig zu lektorieren und korrigieren. Dabei stiess ich auf den folgenden sehr bemerkenswerten Text, den ein Gast der Gassenküche verfasst hat. Politiker könnten von ihm einiges lernen …)
Am 22. Juli der Schock: Anders Breivik verübt den Sprengstoffanschlag und das Attentat auf der Insel. Die Opfer auf der Insel sind Jugendliche, welche am Sommerlager der Jungsozialisten teilnehmen.: junge Menschen, welche jene Werte lebten, die unsere Existenz menschlich und lebenswert machen. Jene Werte, die uns vom Tier unterscheiden, weil sie jedem eine faire Chance einräumen wollen.
Gegen «Multi-Kulti-Gesindel»Anders Breivik sieht sich als ein Mensch mit höheren Ansprüchen. Er steht über dem grässlichem Mittelmass! Er weiss schliesslich noch, was zählt. Er hat sie noch, die richtigen Werte im Leben. Er lässt sich nicht ein mit all dem Multi-Kulti-Gesindel. Schon seit seiner Kindheit war ihm dieses fremde ein Ekel.Breiviks Manifest hat einige Exponenten des europäischen Rechtspopulismus nervös werden lassen. So hat sich u.a. Herr Fjordman, Vordenker Breiviks und Blogger, sofort um Distanz zum Attentäter bemüht.Dies ändert aber nichts daran, dass Werte wie Chancengleichheit und Toleranz von den Rechtspopulisten mit Füssen getreten werden. Auch hierzulande werden rechtspopulistische Reden gehalten, so z.T. im Albisgütli.
Angst vor FremdemRechtspopulismus ist ein Angriff auf Humankultur und Toleranz. Die Argumente spielen stets auf derselben Klaviatur menschlicher Ängste. Alles Fremde, alles Andersartige soll bedrohlich wirken.Alle Fremden sind eine Gefahr, weil anders, weil ungewohnt, weil fremd. Jeder Fremde: Ein verlorener Arbeitsplatz, eine verlorene Wohnung, verlorener Lebensraum!
Was tun?Wir können jedoch alle etwas gegen den Rechtspopulismus tun. Was rechtspopulistische Parteien verbreiten wollen, können wir alle sofort «entgiften»: Lügen entlarven, Intoleranz bloss legen und das multikulturelle Zusammenleben fördern.Wir leben in einem Land, wo genügend Geld vorhanden ist; in einem Land fast ohne Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und mit recht gut aufgestellten Sozialstrukturen. Bei uns muss niemand darben, selbst wenn doppelt so viele Zuwanderer aufgenommen würden, als das heute der Fall ist.Solche Argumente sind Rechtspopulisten ein Dorn im Auge. Denn sie ziehen ihnen die Ängste weg, ohne die ihre Argumente keine Wirkung entfalten können!
Andi C.

15. September 2011 | 01:38
von Walter Ludin
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