Walter Ludin

Papstbesuch

Gespräch statt Event-Rausch
Der Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. wird nach Einschätzung des Freiburger Religionssoziologen Michael Ebertz die katholische Kirche vor allem in «ihrer hierarchischen und papstzentrierten Sozialgestalt» in Szene setzen. Denkbar seien heute aber ganz andere Formen eines Papstbesuchs, sagte Ebertz in Freiburg.Dies meldet die Kipa. Und weiter: Der Papstbesuch stehe in Gefahr, zu einem Event-Rausch zu führen und kaum Antworten auf Alltagsfragen der Gläubigen zu geben. So wünschten sich viele Katholiken, dass der Papst das ausführliche Gespräch mit Vertretern der kirchlichen Basis suche. «Dass er sich zum Beispiel einmal einen halben Tag mit Laien zusammensetzt, am begonnenen Dialogprozess über die Zukunft der Kirche in Deutschland teilnimmt und somit echte Wirklichkeitsarbeit leistet», so Ebertz.————————————————–
Rückblende: 1981 sollte der Johannes Paul II. bei seinem Schweizer Besuch auch das in Lugano tagende «Pastoralforum» (eine Art Ersatz des von Rom verbotenen Pastoralrates) besuchen. In unserer Vorbereitungsgruppe sahen wir vor, dass sieben Personen in Kurzreferaten dem Papst die wichtigsten Anliegen der Schweizer Kirche vorstellen sollten.Es kam anders: Wegen des kurz vorher geschehenen Attentates fiel der Papstbesuch ins Wasser. Und damit auch mein allergrösster Medienauftritt! Denn als Pressechef des Pastoralforums wäre ich mit unserem Leitungsteam mit Blaulicht zum Flughafen Agno gefahren. Dort hätten wir vor Hunderten von Journalisten über die bislang einzigartige Begegnung berichtet …

11. September 2011 | 01:19
von Walter Ludin
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