Ungehorsame Bischöfe?
Wie stehts mit dem Gehorsam gegen die Bibel?(Kohlmaier führt den Gedanken weiter, den ich heute morgen zu seinem Kommentar gegeben habe: )
Wenn so prinzipiell über Gehorsam gesprochen wird, darf die Frage nicht unterbleiben,ob ihn auch die Bischöfe üben? Nicht gegenüber dem Papst, denn dastun sie kritiklos und geradezu unterwürfig. Aber wie sieht es mit dem Befolgender Anordnungen Jesu aus? Hat doch der Herr das Schwören verboten, was dieForderung, abgegebene Gehorsamsgelübde einzuhalten, zumindest problematischmacht. Er verwarf es, einen Menschen Vater zu nennen, aber man sprichtden Papst trotzdem so an. Was die Ausübung von Macht betraf, sind Jesu Worteeindeutig: «Ihr wisst, dass die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.Bei euch soll es nicht so sein». Er bezeichnete uns alle als Geschwister,die nur einen Lehrer hätten. Nämlich Christus.Geflissentlich wird auch übersehen, was der höchsten Rang einnehmende ApostelPaulus lehrte: «Wir wollen nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wirsind Helfer zu eurer Freude». Bischöfe sollten gute Familienväter sein. Im Pastoralbriefan Timotheus wird es als dämonische Lehre und lügenhafter Abfall vomGlauben bezeichnet, die Heirat zu verbieten. (Bekanntlich war Petrus, dessenNachfolger zu sein, die Päpste in Anspruch nehmen, ebenso verheiratet, wie dieanderen Jünger.) Warnte Christus nicht vor denen, die mit nur von ihnen abernicht von Gott stammenden Vorschriften den Menschen Lasten auferlegen?Jesu Wort vom Splitter im Auge des Nächsten, den man sehe, nicht aber denBalken im eigenen, sollten sich die Bischöfe also vor Augen halten. Ebenso das»richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet». Was Helmut Schüller und seineFreunde unter Berufung auf ihr Gewissen tun, steht keineswegs im Widerspruchzum wahren Gehalt christlichen Glaubens. Es zu maßregeln, kann das hingegenwohl kaum für sich in Anspruch nehmen! Hinter der Auseinandersetzung, diejetzt alle bewegt, steht also viel mehr als die simple Frage, ob man Regeln einhaltenmüsse. Es geht darum, ob jene, die zurechtweisen und unverhohlen mitKonsequenzen drohen, dazu überhaupt die moralische Rechtfertigung haben.Das ist sehr zu bezweifeln.
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