Walter Ludin

Gehorsam ...

.. in totalitären Zeiten(Ich unterbreche hier die Zitationen aus Röslers Artikel über die Zukunft der Kirche und gebe heute und in den nächsten Tagen einige ganz kurze Abschnitte wieder aus dem gestern rezensierten Buch über die Untergrundkirche.)
«Es zeigte sich, dass wir uns in der Zeit der Verfolgung antitotalitäre Reflexe angeeignet hatten, dass wir gelernt hatten, frei zu sein, und dass wir keinen Versuch seitens der Kirche ertrugen, uns erneut unterjochen zu lassen.»Untergrundbischof Dusan Spiner
Wenn Stefan Fleischer in seinem Kommentar zu meiner Rezension meinte, den Gehorsam verteidigen zu müssen, stellt sich die Frage, wie weit Gehorsam gegenüber einem totalitären Regime zulässig ist.Übrigens: Schon vor fast 45 Jahren haben wir Studenten einen neuen zeitgemässen Gehorsamsbegriff propagiert: Gehorsam kommt von Horchen -auf die Bedürfnisse der Gemeinschaft. Konkret: Nicht darauf warten, bis der Obere etwas anordnet. Sondern überlegen, was die Ordensgemeinschaft nötig hat und entsprechend handeln. – Wer das erwähnte Buch liest, spürt, dass die tschechoslowakische Kirche/Gesellschaft vor und nach der Wende die Aktivitäten der Untergrundkirche bitter nötig hatte, auch wenn nicht alles dem Kirchenrecht entsprach.

29. Juli 2011 | 01:07
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!