Walter Ludin

Die Kirche und die Gerechtigkeit

Politische Diakonie(Die Kirche darf sich nicht vor der Aufgabe der «politischen Diakonie» drücken. Diese Auffassung steht in der Arbeitshilfe «Diakonie global», die im Januar von der Missionskonferenz herausgegeben wurde. Hier zwei kurze Abschnitte.)
Diakonie umfasst immer zwei Aspekte: den karitativen der Barmherzigkeit und den politischen der Gerechtigkeit. Die beiden Seiten dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Immer bleibt aber die Aufgabe, sich zu vergewissern, dass keiner der Aspekte vernachlässigt wird. Vieles deutet darauf hin, dass heute der politischen Diakonie (Politik, aus dem griechischen = sich um das Gemeinwohl kümmern) eine stärkere Bedeutung als bisher beigemessen werden muss.
Wenn die Ursachen der wachsenden Kluft zwischen Armen und Reichen bekämpft werden sollen, muss missionarische Bewusstseinsbildung konsequenterweise zu konkreten Aktionen und Handlungen, also zu praktischer Solidaritätsarbeit führen. Ein erster Schritt ist die selbstkritische Analyse der eigenen Verstrickung in die weltwirtschaftlichen und politischen Strukturen, die Ungerechtigkeit und Armut hervorbringen. Der zweite Schritt ist, aktiv bei der Errichtung gerechterer Strukturen mitzuhelfen. Gesellschafts- und wirtschaftspolitische Verantwortung gehört darum unabdingbar zur missionarischen Spiritualität […]—————————-
Es wird noch lange dauern, bis solche Auffassungen Gemeingut der Gläubigen geworden sind. Und das Postulat wird sicher die SVP überleben ….. übrigens: Vorgestern haben wir uns in der Missionskommission der Schweizer Kapuziner mit dem Dokument befasst.

29. Juni 2011 | 01:32
von Walter Ludin
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