Walter Ludin

Ein gläubiger Soziologe

Wie überlebt das Christentum?Der bekannte Soziologe Franz Xaver Kaufmann (ein Bruder meines verstorbenen Freundes Ludwig Kaufmann, Jesuit) publiziert ein neues Buch über die Kirchenkrise. Dazu aus einem KIPA-Bericht:
Vormoderne Verwaltung im VatikanKaufmanns These zur Kirchenkrise heisst: Das römische Regierungssystem hält an traditionellen Ordnungsvorstellungen aus dem 19. Jahrhundert fest. Die Vorstellung, dass die Päpste den Vatikan regierten, sei «organisatorisch nicht gedeckt», die einzelnen Abteilungen handelten unkoordiniert, die 1.700 Mitarbeiter der Kurie seien «eine Art auf sich selbst zentrierter Mikrokosmos». Der Begriff «bürokratische Herrschaftsform» sei mit Blick auf den Vatikan ein Euphemismus: Die Verwaltung sei vormodern, höfisch und willkürlich. Ob Entscheidungen richtig oder zweckmässig seien, werde nicht kontrolliert.….Trotz alledem: Religionen gehören aus Kaufmanns Sicht zu den «dauerhaftesten Gebilden der Menschheitsgeschichte». Für eine Zukunft der katholischen Kirche sprächen ihre weltweite Verbreitung, ihre Organisation, ihr umfangreiches Lehrgebäude, ihr soziales Engagement – und der Reichtum des kultischen und spirituellen Zeugnisses. Hinweis: Das Buch «Kirchenkrise. Wie überlebt das Christentum?» aus dem Freiburger Herder Verlag hat 176 Seiten und kostet circa Fr. 24.90.
Ich hoffe, das Buch in absehbarer Zeit rezensieren zu können.

18. Februar 2011 | 01:59
von Walter Ludin
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