Konzelebration
Wie viele Vorsitzende braucht es?Weiter im TExt von H. Häring:»Ich erinnere mich an die Jahresversammlung einer progressiven theologischen Zeitschrift in Prag. Vorgesehen war ein Gottesdienst, der unerwartet mit den Plänen einer allochthonen Gemeinde in Konflikt geriet. Alle warteten unentschlossen, bis plötzlich der Ruf erschallte, alle Priester sollten zum Altar kommen. Ohne jedes Zögern folgten unsere ordinierten, so kirchenkritischen Freunde dem Ruf und wir fühlten, wie plötzlich ein Riss unsere Gemeinschaft durchzog: Dort die Kleriker, die dem Geschehen ganz nahe waren, hier die «Laien», Männer und natürlich alle Frauen, die die Gaben des Heils aus ihrer Hand empfangen durften.»
Zwei persönliche Erinnerungen an Massenkonzelebrationen:-Ich durfte einige Mal (als oeku-Vorstandsmitglied) die Schweiz vertreten an den Umwelt-Konsultationen des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen/CCEE. Ich erinnere mich vor allem an eine Eucharistiefeier, in Wroclav/Breslau. Um den Altar standen ein halbes Dutzend Bischöfe und etwa anderthalb Dutzend Priester. Im Kirchenschiff befanden sich etwa 150 Seminaristen in ihren schwarzen Talaren. Und zuhinterst in der Kirche etwa zwei Dutzend «gewöhnliche» Laien. Ich habe mich mit ihnen solidarisiert. Später sagte mir ein Kollege: Was, du bist auch Priester. Warum konzelebrierst du nicht?» Ich erklärte ihm, der zelebrierende Priester sei der Vorsteher der Gemeinde. Ein Vorsitzender würde reichen; vielleicht noch zwei Vize-Vorsitzende (stimmliche Abwechslung …)-Anfang der 1990er-Jahre, kurz nach der Wende. In Assisi war der erste interfranziskanische Kongress mit Delegierten aus Ost und West. Während der Messe stand die mitfeiernde Gemeinde – Ordensschwestern, Laienbrüder – einer Phalanx von etwa 150 Priester gegenüber, die um den Altar standen. Vor allem die Schwestern reklamierten. Die Konzelebranten sassen fortan in den Kirchenbänken. Übrigens: Eine Schweizer Oberin sagte mir: «Du und Paul (Hinder) seid diesbezüglich vorbildlich»
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