Walter Ludin

Ermutigende ...

… und entmutigende WorteWorte können ermutigen. Ich erfahre dies immer wieder während meiner Krankheit. (Allen, die mir solche Worte zukommen liessen – hier auf dem Blog, in Mails oder via Papierpost – vielen Dank.) Es gibt auch Worte, die entmutigen und die meistens unbedacht ausgesprochen werden. Drei Beispiele:»«¢ Vorgestern erzählte ich einem Bekannten, ich müsse am 7. Januar meine Lunge untersuchen lassen, um abzuklären, ob sie eine erneute Narkose ertrage, mit mein Stoma entfernt werden könnte. Da erzählte der gute Mann: «Erinnerst du dich an den XY. Seine Darmoperation verlief problemlos. Doch während der Rückgängigmachung des Stomas starb er.» Wirklich Mut machend …»«¢ Etwas ähnliches erlebte ich am Abend vor meiner Primiz. Eine ehemalige Nachbarin besuchte mich und erzählte: «In unserer Pfarrei erlitt kürzlich ein Neupriester in der Nacht vor seiner ersten Messe einen Hirnschlag und starb.» Ob ich den Morgen überleben würde ….?»«¢ Beim dritten Beispiel geht es nicht um Leben um Tod. Am Tag meiner ersten Predigt berichteten meine einfühlsamen Mitbrüder beim Frühstück von Predigern, die den Faden verloren hatten. Dies passierte mir dann nicht. Allerdings: Der Zelebrant nahm die Kurzfassung des Evangeliums und liess ausgerechnet den Schluss weg, über den ich predigen wollte. So musste ich improvisieren: «Wenn wir im Evangelium von heute weiterlesen, erfahren wir …»

26. Dezember 2010 | 01:55
von Walter Ludin
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