Dank Fax (Internet, E-Mail) ...
… wurden die Päpste mächtiger
Vor Jahren habe ich die These aufgestellt: Die Erfindung des Fax (später kam das Internet mit E-Mail) gab dem päpstlichen Zentralismus einen gewaltigen Antrieb.
Bischof Robinson veranschaulicht dies an einem Beispiel:
Mitte des 19. Jahrhunderts erbaten die australischen Bischöfe römische Hilfe zur Lösung eines Problems. Sie setzten gemeinsam einen Brief auf und warteten monatelang auf die Abfahrt des nächsten Segelschiffs. Das Schiff segelte um die weite australische Südküste, über den Indischen Ozean nach Südafrika und durch den Atlantik, bis es schließlich ungefähr acht Monate später England erreichte. Per Kutsche reiste der Brief anschließend von London nach Rom. Die römischen Autoritäten sandten anschließend ihre Antwort auf dem gleichen Weg zurück. Insgesamt dauerte es mehr als zwei Jahre, bis die Antwort eintraf.Zum Vergleich:1999 traf ein australischer Bischof eine Entscheidung, mit der andere Bischöfe nicht einverstanden waren. Innerhalb von zwei Tagen war dieser Vorfall in Rom bekannt, und die Antwort eines römischen Kardinals landete per Fax auf dem Schreibtisch des Bischofs mit der Aufforderung, seine Entscheidung zu widerrufen.Innerhalb von zwei Tagen statt zwei Jahre später! Diese Entwicklung, die vor allem technologischen und nicht so sehr theologischen Entwicklungen zuzuschreiben ist, bedeutete einen massiven Zuwachs päpstlicher Macht. Sie ermöglichte eine detaillierte Kontrolle über jede Einzelheit innerhalb der Kirche in jedem Teil der Welt, und das auf eine Weise, die die Päpste früherer Jahrhunderte und selbst noch Pius IX. sich nie hätten träumen lassen. Die gleiche Technologie, die eine größere päpstliche Kontrolle über die Kirche ermöglichte, hätte auch dazu dienen können, in einer weltweiten Kommunikation die Ansichten der gesamten Kirche anzuhören. Doch es muss gesagt werden, dass dies bislang nicht eingetreten ist.
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