Leben die Kapuziner «alternativ»
«Universelle Geschwisterlichkeit»«Wir lassen uns nicht einen Lebensstil und einen Lebensrhythmus aufdrängen, der sich in unserer Umwelt unbedacht eingespielt hat, und der auf Rendite und Spass ausgerichtet scheint.» So schreibt Ephrem Bucher, der Provinzial der Schweizer Kapuziner in seinem diesjährigen Adventsbrief an die rund 200 Brüder der Provinz.»Universelle Geschwisterlichkeit»Es gehe hier um einen alternativen Lebensstil, betont Bruder Ephrem. Dieser bestehe keineswegs darin, dass die Brüder sich von den andern unterscheiden würden durch ein Gewand oder «durch exotische Praktiken, die der Geschichte entlehnt sind».Die Alternative heisse vor allem «universelle Geschwisterlichkeit»: in allen Menschen die Brüder und Schwestern zu sehen, auch in den Ärmsten und in den Fremden, die niemand haben wolle. Der Anspruch sei gross. Der Orden würde oft hinter diesem Ideal nachhinken.Kritische AnfragenDer Sonnengesang des Franz von Assisi verpflichte auch zu einem ökologischen Lebensstil, unterstreicht der Provinzial. Dies sei heute vielen Leuten bewusst. Darum würden sie die Brüder fragen:»Wie haltet ihr es z. B. mit dem Autogebrauch und mit dem Reisen – möglichst schnell oder möglichst umweltschonend? Wie sieht es aus mit allem, was auf den Tisch kommt? Möglichst billig oder aus umweltschonender Produktion? Was haltet ihr vom Fleischverzehr? Möglichst immer oder in dosierter Form und aus gesunder Tierhaltung? Wie sieht es aus beim Abfallberg? Gedankenloses Wegwerfen oder schonungsvolles Verwenden der Ressourcen?»Ephrem Bucher verschweigt nicht, dass in diesen und andern Bereichen, die sein Brief anspricht, noch grosser Handlungsbedarf herscht. Darum lädt er die Brüder ein, sich in Hauskapiteln mit den dargestelllten Herausforderungen zu befassen.Neues GrundsatzdokumentEphrem Bucher weist in der Einleitung zu seinem Adventsbrief hin, er habe sich weitgehend inspirieren lassen vom neuen «Grundsatzdokument», welches das Kapitel der Provinz im Sommer verabschiedet hat. Dieses habe im Wesentlichen das Ziel, die Brüder daran zu erinnern, «Zeugen zu sein für eine Welt, die nicht im Hier und Jetzt seine Erfüllung findet».
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