Walter Ludin

Heiliger Leonardo?

Heiliger Hans?Im neuesten «Seitenschiff» der KIPA macht der liebe Kollege Josef Osterwalder hoffnungsvolle Überlegungen: Exkommunikation als Weg zur Heiligkeit
(Kipa) Soeben hat St.Gallen den Bistumspatron Gallus (+ um 650) gefeiert. Am Tag darauf wurde die australische Ordensschwester Mary MacKillop (1842 – 1909) heilig gesprochen. Die beiden Heiligen liegen sowohl zeitlich wie örtlich weit auseinander. Und dennoch gibt es eine auffallende Gemeinsamkeit:
Der irische Wandermönch Gallus hatte sich im Jahr 612 geweigert, mit Kolumban, dem Leiter seiner Ordensgemeinschaft, über die Alpen zu ziehen. Wegen dieser Aufmüpfigkeit belegte ihn der Führer der Mönche mit einem Bann: Solange er, Kolumban, lebe, dürfe Gallus keine Messe mehr feiern.
Und genau so ging es auch der Australierin, der Gründerin der Josefsschwestern. Unkonventionell und rastlos wirkte sie unter den Armen. Und einen Priester, der Kinder sexuell missbrauchte, zeigte sie unverzüglich an. Diese unbotmässige Art femininen Wirkens war dem zuständigen Bischof ein Dorn im Auge; die Schwester wurde zeitweise exkommuniziert.
Und der Schluss aus der Geschichte von Gallus und McKillop: Kirchenstrafe schützt vor Heiligsprechung nicht. Die Gemassregelten von heute sind die Heiligen von morgen. Leonardo Boff und Hans Küng dürfen sich also noch auf einiges gefasst machen.
(J.O.)
PS von WLu: Und weil in der kath. Kirche viele(s) Platz hat, gibts dann vielleicht auch einen heiligen Stefan F. ……

18. Oktober 2010 | 01:26
von Walter Ludin
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