Emanzipierte (Ordens)Frauen III.
Wie weit sind heute die Ordensfrauen emanzipiert?Nach den historischen Ausführungen von Alois Odermatt stellt sich die Frage, wie weit heute Ordensfrauen in einer immer noch männlich geprägten Kirche ihre Freiheit haben. Ich kann und will keine umfassende Antwort geben. Nur einiges Anekdotisches:Vor wenigen Jahren tagte die Herausgeberschaft der Missionszeitschrift kontinente in einer Schweizer Benediktinerabtei. In seiner freundlichen Begrüssung erzählte der Abt voller Stolz, er sei auch Abt des Benediktinerinnenklosters F. Da platzte einer Ordensfrau der Kragen: «Sie schämen sich nicht, so etwas zu sagen!»Ein harmloseres Beispiel: Wenn in einem Kloster der Kapuzinerinnen Wahlen durchgeführt werden, amten zwei Kapuziner als Stimmenzähler und Sekretäre. Ein sinnvolle Massnahme, da jede Schwester ja die Handschrift der andern kennt. Doch niemandem (ausser mir!) fiel es ein, dass wir Männer Gegenrecht halten könnten …Wohl die meisten Frauenklöster haben männliche Spirituale. Wo aber bleiben die Spiritualinnen für die Männer? Ich spotte jeweils, wir hätten dafür Spirituosen …Immerhin: Ich bin stolz darauf, dass vor einigen Jahren meine alte Freundin Paulin Link, Generloberin der Franziskanerinnen von Reute, in unserer Deutschschweizer Region den Brüdern die Exerzitien hielt. Alle waren begeistert.
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


