Walter Ludin

Kleine Herde der (Selbst)Gerechten?

Wo bleibt GFS?Vor allem auch im Zusammenhang mit den sich häufenden Kirchenaustritten träumen manche von der Kirche als kleiner Herde von (Selbst?)Gerechten. Dagegen hält P. Hoffmann in seinem Jesusbuch:»Ich wende mich gegen ein Kirchen- und Gemeindeverständnis, für das die Kirche Selbstzweck ist, sei es als «societas perfecta» en miniature oder als Kontrastgesellschaft, als eine Gemeinschaft, die in der eigenen kleinen Welt das Heil sucht und sich in charismatischen Zirkeln oder – großkirchlich – durch den Rückzug in klerikalistische Gemeindeformen von der Welt abschirmt.Die Differenz zwischen Reich Gottes und Kirche ist festzuhalten. Kirche ist mit dem Reich nicht identisch, sondern steht im Dienst jenes weltumspannenden Befreiungshandelns, das Jesus von Nazaret in sei¬ner Botschaft von der anbrechenden Gottesherrschaft angekündigt und in seinem Tun zu realisieren versucht hat. Daher lassen sich weder die Gesamtkirche noch die Ortsgemeinde als geschlossene, sondern nur als offene Systeme begreifen. Sie müssen ihre eigenen Grenzen stets über¬schreiten – auf die Welt hin, in der Gottes Herrschaft als Herrschaft der Güte und des Friedens, der Gerechtigkeit und Freiheit sich durchsetzen will, mag dies auch nur anfanghaft und fragmentarisch gelingen. Insofern ist Kirche zum Einsatz für die, denen ein menschenwürdiges Leben vorenthalten wird, und zur Solidarität mit allen verpflichtet, die sich für die Befreiung und Würde des Menschen einsetzen.»Übrigens, vor 21 Jahren, nach der berühmten Basler Versammlung, gab es in der Schweiz zahlreiche Gruppe «Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung/GFS». Es gibt sie nach wie vor in St. Gallen sowie im Rahmen der Interfranziskanischen Arbeitsgemeinschaft INFAG. (Die Neugestaltung ihrer Homepage liegt als Pendenz bei mir. Uff…). Wer aber kennt andere solcher Gruppen?

17. Juli 2010 | 01:46
von Walter Ludin
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