Walter Ludin

Alle sind Brüder (oder Schwestern) ...

… aber die einen sind Hierarchen (»heilige Herrscher»)Johannes Paul II. wurde nicht müde, die Unterschiede zwischen Laien und Priestern zu betonen. (Eine dieser ersten Mahnungen waren auf seiner Schweizer Reise zu hören; offenbar weil wir es besonders nötig haben). Ihn wie B 16 kümmerte es nicht, dass ihre Vorstellungen den biblischen Vorgaben widersprechen. Dazu nochmals Paul Hoffmann:
«Die christliche Gemeinde ist von Jesus her als die Gemeinschaft der Schwestern und Brüder Jesu zu definieren (Mk 3,34). Auch wenn eine solche Bestimmung den gängigen (am empirischen Befund orientierten) soziologischen Definitionen von Kirche widerspricht, nach denen gerade die Unterscheidung von geistlicher Elite und Laien für «Kirche» konstitutiv ist. Die Soziologie bestätigt hier auf ihre Weise die Diskrepanz zwischen den Anfängen der Jesusbewegung und der späteren amtskirchlichen Entwicklung.Daraus ergeben sich in der heutigen Situation mehrere Aporien:- Wie lässt sich der antihierarchische Vorbehalt des Neuen Testaments großkirchlich, speziell in der sacerdotal-hierarchisch fixierten römischen Kirchenverfassung, zur Geltung bringen?- (…)Kirchliche Bürokratie und Hierokratie lassen sich mit «Brüderlichkeit» vom Wesen her nicht vereinbaren. Der kirchliche Bruderschaftsjargon verschleiert nur die herrschenden Verhältnisse.»
Übrigens: Wie würden Sie den Papst anreden? Ich tendiere zu «Bruder Benedikt». Ob er sich wohl freuen würde…..

28. April 2010 | 01:10
von Walter Ludin
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