Walter Ludin

«Da kann man nichts tun»

Mutige Menschen tun es trotzdemNicht wenige haben offenbar als Lebensmotto: «Da kann man nichts machen.» Auch Menschen, die eher kämpferisch veranlagt sind, geraten bisweilen in solche Phasen der Resignation.Mein Franziskaner-Freund Andreas Müller, Würzburg, geht gegen diese resignative Stimmung an. In einem Rundbrief erinnert er, wie Ghandi oder die Reformbewegung im Ostblock auf die Kraft des Evangeliums und seine Verheissung der Gewaltfreiheit vertrauten – und siegten. Er wendet dann seinen Blick in die Kirche von heute
Nicht zuletzt die Kirche selbst hat immer wieder erlebt, dass es mutiger Menschen bedurfte, Männer und Frauen, die sie an diese Grundregeln des Evangeliums zurückerinnern mussten, um eingefahrene Denkmuster aufzubrechen. Franziskus hat einer feudalen und mächtigen Kirche den armen Jesus von Nazareth und die Armen als seine ersten Adressaten wieder in Erinnerung gebracht. Johannes XXIII hat mit der Konzilsankündigung Türen und Fenster geöffnet, um die Kirche zukunftsfähig zu machen. Die Lateinamerikanische Kirche hat in Medellín und Puebla mit der 500-jährigen Praxis der Patronatskirche gebrochen und mit dem Standortwechsel weg von den Reichen und Mächtigen auf die Seite der Armen eine «neue Art von Kirchesein» möglich gemacht.Es braucht immer Menschen, die die herrschende Logik durchbrechen – in der Politik, der Gesellschaft, der Kirche. Die genannten Beispiele zeigen, dass Umdenken möglich ist. Es kommt auf uns an, dazu einen Beitrag zu leisten.Andreas Müller OFM
Lassen wir uns von diesem Mut anstecken!

25. Februar 2010 | 01:24
von Walter Ludin
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