Walter Ludin

Unerledigte Anliegen des Konzils

Die Lehre von der Kirche (Ekklesiologie)Gerade die zentralen Anliegen des Konzils wurden später von der Kirchenleitung schubladisiert. Der ehemalige Wiener Weihbischof Helmut Krätzl bringt einige Beispiele: Ekklesiologie, genauer noch die Communioekklesiologie. Das Konzil hat gleichsam eine Skizze geliefert. Die konkreten Ausformungen betreffend das Verhältnis von Welt- und Ortskirche, der Kollegialität der Bischöfe mit dem Papst, die Mitverantwortung aller Bischöfe für die Weltkirche wurden offiziell später nicht vertieft und haben auch nicht die notwendigen strukturellen Änderungen erfahren. Die Theologen kamen viel weiter wie die Werke über die Kirche von Medard Kehl, Jürgen Werbick u.a. zeigen und die Untersuchungen von Hubert Müller, Hermann Pottmeyer und Gisbert Greshake über den theologische und juridischen Status der Bischofskonferenzen.Der ständige Diakonat wurde neu entdeckt, nach Rahner sogar neu geschaffen. Nach der eher pragmatischen Beschreibung im Konzil fehlt bis heute eine spezifische Theologie dieser nun selbständigen Weihestufe. Das hat aber zu einer verwirrenden Parallelentwicklung geführt, was Diakone Kraft der Weihe und Laien auf Grund von Beauftragung alles «können». Auch dazu haben P. Hünermann u.a. schon brauchbare Studien vorgelegt, die gesamtkirchlich nicht rezipiert worden sind.
Ein kurzes Wort zu den Bischofskonferenzen, welche das Konzil aufwerten wollte: Unter Johannes Paul II. kam die Weisung, dass ihre Beschlüsse nur verbindlich sind, wenn sie einstimmig gefasst werden. Gleichzeitig wurde dafür gesorgt, dass jede Konferenz wenigstens einen Mann hatte, der zukunftsweisende Entscheidungen ablehnte und damit die ganze Sache sabotierte….

22. Januar 2010 | 02:03
von Walter Ludin
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