Vom Weinwunder ...
.. zu den Charismen, die alle bekommen haben(Das heutige Evangelium erzählt vom Weinwunder von Kana. Hier der 2. Teil meiner Predigt:)Sie kennen sicher eine hochzeitliche Geschichte, bei der es mit dem Wein nicht so gut geklappt hat wie in Kana: Alle Gäste wurden eingeladen, Wein mitzubringen und in ein Fass zu schütten. Als man den Inhalt des Fasses probierte, war nur Wasser drin. Denn alle Gäste hatten gedacht, wenn ich ein bisschen Wasser in den Wein schütte, den die andern mitgebracht haben, merkt das niemand.Ist es verwegen, diese Geschichte mit der 1. Lesung aus dem 1. Kor. zu verbinden: Dort geht es um die Gnadengaben/Charismen, die jeder Christ hat. Wir alle haben diese Gaben/Talente nicht bloss zum eigenen Nutzen. Oder wie ich es in einem Aphorismen ausgedrückt habe: «Das Leben ist kein Privatvergnügen.»Paulus betont, die Gaben seien uns geschenkt, damit sie «andern nützen». An anderer Stelle betont er, wir hätten diese Gnadengaben zum Aufbau der Gemeinde erhalten. Oder moderner ausgedrückt: Wir alle sind eingeladen/aufgefordert, das kirchliche/pfarreiliche Leben mitzutragen.Paulus ist also überzeugt: Jedem Gläubigen ist vom Geist Gottes eine ganz bestimmte Gabe anvertraut. Wenn jemand diese für sich behält/sie nicht aktiviert, fehlt etwas in der Glaubensgemeinschaft. Freilich, wenn wir das Charismen-Verzeichnis der heutigen 1. Lesung durchgehen, mutet uns manches fremd an. Einiges müssen wir deuten: z.B. die Heilungsgaben: Es ist nicht nur die Fähigkeit gemeint, durch Handauflegen andere gesund zu machen; sondern die liebevolle Zuwendung, die wir Kranken/Leidenden z.B. durch Besuche schenken. Oder nehmen wir die Wunderkräfte: Dazu keine grosse Theorie, nur das Wort von Eugen Roth: Ein Mensch ist manchmal wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt. Dieses Wunder können wir alle wirken. ….(Kapuzinerinnenkloster Gerlisberg, Luzern, So 10 Uhr)
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