Der Papst und das Verbot von Kondomen
«Fahrstuhl zur Hölle»In ihrem bereits gestern zitierten Artikel über ihren Studienkollegen Joseph Ratzinger schreibt Uta Ranke-Heinemann: Das Christentum «ist die einzige Weltreligion, in der die Hölle ewig dauert, im Islam nur, solange Allah es will. Bei Ratzinger ist schon ein Kondom ein Fahrstuhl in die Hölle.»Nun, ich kenne hierzulande niemanden, der ihm dies abnimmt. Anders ist’s anderswo. Dazu nochmals Ranke-Heinemann: «Am 7. 8. 2004 sah ich in BBS-World eine verzweifelte Afrikanerin. Sie hatte gerade erfahren, dass sie sich bei ihrem AIDS-kranken Mann infiziert hatte. Warum sie denn kein Kondom benutzt haben? ‹Ich habe solche Angst vor dem Höllenfeuer, vor dem unser Pfarrer uns gewarnt hat.’ Anschliessend ging der BBC-Reporter zum Pfarrer: ob es stimmt, dass er die Frau vor der Hölle gewarnt habe. Der Pfarrer sagte: «Ja, auch bei Ansteckung und Todesgefahr sind Kondome nicht erlaubt. Ehefrauen, die sich bei ihrem AIDS-kranken Mann angesteckt haben, das sind die Martyrerinnen für den Glauben unseres Jahrtausends.»
Grauenhaft! Und es zeigt sich wieder: Ob die Kirchenleitung gegen bestimmte Formen der Empfängnisregelung ist (ob auch: ob sie für den Zwangszölibat ist), ist nicht bloss eine akademische Fragen: «Schade – oder auch gut – dass Papst oder Bischöfe noch nicht in der Moderne angekommen sind …» Es geht vielmehr ans Lebendige: buchstäblich beim obgenannten Beispiel und in einem weiteren Sinne auch bei Fragen wie Zwangszölibat (»Lebendigkeit» von Gemeinden, für die die Eucharistie ja nach offizieller Lehre «Quelle und Höhepunkt» des Lebens sein soll ….)
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