Sibylle Hardegger

Gedanken in die dritte Adventswoche (I)

Ins Herz getroffen
 
Der 3. Adventssonntag wird auch Gaudetesonntag genannt. Dies weil der Eröffnungsvers der Liturgie mit dem Wort «Gaudete» – «Freut euch» beginnt. Im vorweihnachtlichen Glitzern und Glimmern trifft diese Einladung normalerweise mitten ins Herz.
Doch nicht nur der Aufruf zur Freude ergeht an uns am 3. Adventssonntag. Vielmehr fragt uns Jesus selber im Evangelium: Was erwartet ihr?
 
Im Sonntagsevangelium (Mt 11, 2-11) lässt Johannes der Täufer Jesus fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?
 
Bist du es?
Es ist eine Frage, die Menschen immer wieder beschäftigte – vielleicht auch heute noch beschäftigt. Man mag sich fragen, ob für Johannes den Täufer und seine Anhänger die Zeichen und Wunder Jesu nicht genug waren, um Jesus als den zu erkennen, den sie erwarteten.
 
Hört und seht!
Jesu Antwort an die Jünger des Johannes ist folgende: Geht und berichtet, was ihr hört und seht. Denn aus dem Ghörten und  Gesehenen müssten sie eigentlich erkennen, dass Jesus alle Verheissungen erfüllt und noch mehr. Doch Jesus selber muss ihnen eine Brücke bauen, damit sie zur Erkenntnis gelangen.
 
Seht ihr nicht, dass Blinde wieder sehen und
Lahme wieder gehen?
Erkennt ihr nicht, dass Aussätzige wieder rein sind und
Taube hören können?
Habt ihr nicht miterlebt, wie Tote zum Leben erstehen und
Armen die frohe Botschaft verkündet wird? (vgl. Jes 61)
 
Ist das alles an den Menschen vorbei gegangen? Vorbei gegangen wie ein lauer Windstoss? Waren sie vielleicht fixiert auf anderes und haben gar nicht gesehen, was um sie herum geschehen ist? 

19. Dezember 2013 | 07:07
von Sibylle Hardegger
Lesezeit : ca. 1  Min.
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