Sibylle Hardegger

Begegnungen in Finnland I

Vergangene Woche war ich in Finnland unterwegs. Es war bereits mein zweiter Besuch, um Pfarreien zu besuchen und für mein Praktikantenprojekt zu werben. Naja, soviele Pfarreien gibt es ja in Finnland nicht. Nur gerade 7 sind es an der Zahl. Immerhin eine heilige Zahl…In Finnland ist die Diaspora am extremsten. Nur gerade 0.2% sind katholisch. Die Priester haben ein riesiges Einzugsgebiet und sind viel unterwegs. Es brauchte ein bisschen Überzeugungsarbeit meinerseits, um die Seelsorger für einen Praktikumsplatz zu begeistern. Aber schliesslich hat alles geklappt. 
Die erste Begegenung war in Tampere mit dem dortigen Pfarrer. Wie viele Priester kommt er aus Polen. Als ich zusammen mit meinem derzeitigen Praktikanten Max im Pfarrhaus eintraf, überredete uns der Pfarrer zum Mittagessen zu bleiben. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass er gar nicht kochen kann. Er schlug vor Rühreier mit polnischer Wurst zuzubereiten, dazu gab es Brot, Butter, Käse und Tee. Max hatte die Situation schnell erfasst (was bei ihm nicht sooooo oft vorkommt) und stellte sich in die Küche, um das vorgeschlagene Mittagesmahl zuzubereiten. 
Derweil konnte ich mit dem Pfarrer den Einsatz einer Praktikantin absprechen. Die Hauptaufgabe wird sein, die Familien der Pfarrei – meist Einwanderer – zu besuchen und mit ihnen etwas Zeit zu verbringen. Neu im Land und der finnischen Sprache nicht mächtig, fühlen sie sich oft allein und ausgegrenzt. Da tut es gut, wenn einfach mal jemand sich zu setzt oder mit den Kindern spielt – schlicht Interesse zeigt. Dann gibt es am Sonntag bestimmt auch einiges zu tun für die Praktikantin. Es hat sich eingebürgert, dass die Menschen Essen zum Gottesdienst mitbringen, das anschliessend bei einer grossen Teilete gegessen wird. Dort Kontakte zu knüpfen, vielleicht ein Kinderprogramm anzubieten und naja anschliessend den Pfarreisaal wieder aufzuräumen, könnten ebenfalls Aufgaben sein für unsere Praktikantin. Der Pfarrer ist auch gerne bereit sie mitzunehmen an die äussersten Grenzen seiner Pfarrei. So wird sie einiges vom Land sehen und entdecken können. 
Ich meine, Tampere wäre ein sehr interessanter Einsatzort. Vor allem, wenn man etwas im sozialen Bereich schnuppern möchte. Für mich jedenfalls war der Besuch in Tampere eine tolle Erfahrung. 

8. Juli 2013 | 15:08
von Sibylle Hardegger
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