Wolkenkuckucksheim-Kritiker
Wortreich, aber logisch nicht zwingend, ja fast schwafelnd, versucht ein Herr Christian Wildhagen in der NZZ Herrn Tcherniakov zu rechtfertigen und die aus dem Saal fliehenden überfordert-gelangweilten Besucher des Unrechts zu belehren. Es ist immer wieder spannend, was Opernkritiker zustande bringen, die sich vor der Aufführung intensiv mit der Entstehungszeit der Oper (hier das Ende des 19.Jhs., Herr Wildhagen erwähnt den Hotelmörder an der Weltausstellung in Chicago, bevor er zu Arthur Conan Doyle und Edgar Allan Poe überwechselt – was für ein abenteuerlicher Mix, um eine Regie-Deutung zu rechtfertigen, in der es um den Übergriff eines Therapeuten an einer Patientin geht – das ist offen gesprochen intellektueller Blödsinn!), aber wenig mit der Melodik und musikalischen Atmosphäre beschäftigen.
Herr Wildhagen: Sie haben nichts vom «Pelléas» verstanden! Claude Debussy wollte Wagners «Tristan und Isolde» in einer ganz anderen musikalischen Sprache erzählen. Es geht um eine dem Tod geweihte Liebe, weil ein junger Kerl seinem älteren Bruder die Braut ausspannt. «O Nacht der Liebe» oder eben «Nuit d’amour».
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