Heinz Angehrn

Der Churer Bischof

Lasst den Scherz mit dieser Strafanzeige, liebe Kollegen. Er kann und will nicht anders, dieser Mann. Würde er verurteilt, sähe er sich noch als Märtyrer für die evangelikal/katholikale Sache. Bedenket doch zweierlei:
a) Vorträge ausserhalb seiner Diözese hält dieser Bischof nur vor seltsamem Publikum, dessen Zusammensetzung zwischen rechtsaussen und braun angehaucht schwankt (Fulda, Wigratzbad und Co.). Und dieses Publikum bedient er eben mit dem, was es hören will. Freuen wir uns doch, dass es nur noch eine Minderheit in der Gesellschaft repräsentiert. Und dass diese – wie die Entwicklung in den USA zeigt – am Schrumpfen ist.
b) Die letzten Jahrzehnte haben uns doch gelehrt, dass die gesellschaftlichen und kirchlichen Honoriatioren, die am lautesten und mit den übelsten Drohungen gegen Homosexualität wettern, selber Betroffene sind, Männer, die dieses Wettern brauchen, um sich immer neu für die eigene Veranlagung zu bestrafen. (PS: Der Bündner Rapper Gimma würde der Kirche Gutes tun, wenn er seine Liste von Klerikern, die ihn als Bub/Ministrant sexuell genötigt haben, veröffentlichen würde.)
Mitleid ist angesagt.

5. August 2015 | 08:00
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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