Wallfahrt in Island
Die Insel aus Feuer und Eis. Sie hat es mir angetan. Die Landschaft ist atemberaubend vor allem jetzt im Herbst, wenn alles golden und rot leuchtet. Doch nicht der Landschaft wegen bin ich letzte Woche nach Island gereist. Nein, ich habe zur Zeit zwei Praktikanten dort im Praktikum … und ich wollte den einzigen katholischen Wallfahrtsort auf Island besuchen. Von Reykjavik musste ich zunächst 1 Stunde nach Osten fliegen, nach Egilsstadir. Dort hat mich Max (Praktikant) und Bruder David (Kapuziner) abgeholt. In Reydarfjödur steht das «Kapuzinerkloster». Es ist ein einfaches Holzhaus hoch über dem Dorf gelegen. 3 Brüder wohnen da und sind für die weitverstreut lebenden Katholiken im Osten Islands pastoral zuständig. Max, der für 3 Monat bei ihnen mitlebt, hilft im Haushalt und in der Gästebetreuung mit. Auch bauen die Kapuziner ein neues Gästehaus. Da ist handwerkliches Geschick und jede Art von Hilfe gefragt. Bei meinem Besuch konnte ich mich davon überzeugen, dass mit dem Praktikum von Max alles gut läuft. Er ist glücklich und fühlt sich wohl. Um ganz ehrlich zu sein: Mir wäre es an diesem abgelegenen Ort viel zu langweilig. Kam noch dazu, dass es die 3 Tage fast nur geregnet hatte und es so kaum Gelegenheit gab photographisch auf Pirsch zu gehen. Ich buche die Tage als Tage der Erholung und Entspannung ab.
Die zweite Hälfte der Woche verbrachte ich in Reykjavik. Dort ist Theresa im Praktikum. Sie arbeitet bei den Mutter Theresa Schwestern in der Wärmstube mit und im Bischofshaus. Auch ihr gefällt es gut. Und auch ihre «Arbeitgeber» sind zufrieden. Ich freue mich, wie die jungen Menschen täglich neu Erfahrungen mit der katholischen Kirche und in Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen machen können. Gewiss eine Zeit, die sie prägen wird.
Am Samstag habe ich mich dann auf den Weg gemacht nach Mariulind. Das liegt ca. 3 Autostunden von Reykjavik entfernt im Westen der Insel. Dort soll der Überlieferung nach im 13. Jahrhundert die Gottesmutter einem Bischof erschienen sei. Sie gebot dem Bischof, die in der Nähe sprudelnde Quelle zu segnen. Seither ist die Quelle nie mehr versiegt und das Wasser soll Heilkraft für die Augen haben. Wer allerdings erwartet, dass in Mariulind eine Kapelle oder Kirche steht, der hat weit gefehlt. In Mariulind gibt es nur die Quelle – und eine kleine Marienstatue, die ein lutherischer Pastor aufgestellt hat. Alles andere ist Natur. Es ist ein beschaulicher Ort, an den die Katholiken jedes Jahr im Juli eine Wallfahrt organisieren.
Dann feiert der Bischof mit den Menschen vor Ort eine Eucharistiefeier. Dieser Wallfahrtsort tut gut. Er ist nicht kommerzialisiert und noch nicht überlaufen. Es wunderbarer Ort des Gebetes. Man mag den Katholiken in Island wünschen, dass das auch noch lange so bleiben wird.
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