nochmals «anglo»
Wie geht das übrigens, dass man(n) so ein kulturell-sprachliches Fremdgen plötzlich entdeckt? Dass man merkt, dass man in der eigenen Kultur gar nicht richtig zuhause ist? Vermutlich wie bei vielem geschieht es in der gesegneten Phase der Pubertät, wo eigene Gedanken nicht mehr nur gedacht, sondern formuliert und postuliert werden. So war es bei mir. Es brauchte nicht einmal ein ganzes Jahr Englisch-Unterricht, um zu verstehen, wo mein wahres Zuhause ist.
Beispiel 1: Der Umgang mit dem «Du» und dem «Sie». In der Deutschschweiz leben wir ja in einer dieser üblen Duz-Kulturen, in der sich alle möglichst schnell fraternisierend um den Hals fallen. Das nervte mich schon als Teenie (Ich nahm dies übrigens damals auch den Linken übel, dass sich SVPler duzen, das ist ja klar). Im Hochenglisch hingegen spreche ich mein Gegenüber zwar mit dem Vornamen, aber mit einem als «Sie» gedachten «You» an. Edel, konsequent, das ist meine Welt.
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