Heinz Angehrn

Fast zu viel der Begeisterung

Die Reaktion «meines» Bistums auf Ad-Limina folgte schon am Samstag im Tagblatt. Vor allem die Eröffungsrede – von mir hier schon kommentiert – wurde mehr als erwartet gelobt. Dass die zweistündige «nicht sehr formelle» Begegnung sicher gute Gespräche und Einsichten brachte, ist mir/uns schon klar. Dass aber Franziskus unser duales System mit seiner Rede quasi legitimiert habe, scheint mir nun doch eine etwas übermütig-positive Bewertung. Dieser Passus der Rede basierte ja auf den Ergebnissen des Symposiums in Lugano und ihrer Weiterarbeit. Und hier sind sich ja Chur und Solothurn/St.Gallen bis heute uneins, was denn die eigentlichen Conclusiones sind. Wenn seine Schreiber Franziskus sagen liessen, dass die (Deutsch)Schweizer Kirche vorsichtig sein soll, nicht in finanzielle Abhängigkeit zu geraten und so unglaubwürdig zu werden, ist dies eben eine Aussage, die alles offen lässt.
Lassen Sie mich es doch klar sagen: Jede Ortskirche, jeder Pfarrer irgendwo auf der Welt, ist in irgendeiner finanziellen Abhängigkeit, entweder von einer Organisationsstruktur (consiglio parrochiale, Kirchgemeinde, deutsches Bistum …) oder von Einzelpersonen. Ich bevorzuge immer das erste, denn es ist und macht weniger korrupt!

8. Dezember 2014 | 08:50
von Heinz Angehrn
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