Das unterschiedliche Leben der Kompensation
Seit jenem schwierigen Datum (18.Juli 1870) nun haben die Bischöfe von Rom diese lehrmässig-theologische Kompensation ihres Machtverlusts längst nicht alle in einer Art und Weise gelebt, dass dies im Widerspruch zur Aussage Jesu «Bei Euch soll es nicht so sein» gestanden wäre. Mir scheint, dass ihnen wohl bewusst war, dass Nachfolge Jesu nicht abgehoben gelebt werden kann. Dass Pius XII. fast immer alleine gegessen hat, dass man die Päpste bis zu Johannes XXIII. auf schwebende Throne hob, das waren zwar gefährliche Ansätze. Doch spätestens mit Johannes Paul II. und dem grossen Friedensgebet in Assisi, bei der er sich auf die gleiche Stufe wie andere Religionsführer stellte, schien mir die Gefahr grundsätzlich überwunden. Umso mehr wundert mich die (ihrerseits geistig abgehobene) Kritik an Franziskus.
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