Fest der heiligen Familie
Um den Eindruck zu vermeiden (den der Churer «Hirte» vor kurzem erweckt hat), dass unsere Kirche total «daneben» ist, hier das Gerüst meiner Predigt zum nächsten Sonntag:
Einstieg: Bitte um Beteiligung an der Umfrage des SPI zum Thema Ehe und Familie. Frist läuft an Silvester ab. Hinweis auf Fragebogen und und Seite im Web.
Gedanke 1: Biblische Aussagen zum Themenkreis Partnerschaft, Ehe und Familie sind geprägt von ihrer Entstehung in der patriarchal geprägten Welt des Vorderen Orients in einer vorwissenschaftich-unaufgeklärten Welt. Wer mit diesen Aussagen heute wortwörtlich argumentiert, verfehlt ihren Sinn. Sowohl dem AT wie Jesus ging und geht es schon um Werte wie Treue und Durchhalten in der Beziehung, Solidarität innerhalb der Familie, Liebe als Richtschnur des Zusammenlebens.
Gedanke 2: Die naturwissenschaftliche und psychologische Forschung der letzten 100 Jahre hat aufgezeigt, dass es neben dem «Normalfall» heterosexuell-monogame Beziehungsfähigkeit bei knapp 10 Prozent der Menschen andere im Urkern der Persönlichkeit angelegte Beziehungsorientierungen gibt. Diese Menschen sind weder krank noch «abnormal», ihre Orientierung braucht auch nicht geheilt zu werden. Auch für sie gelten die gleichen biblisch-christlichen Ideale: Treue und Durchhalten in der Beziehung, Solidarität innerhalb der Beziehung, Liebe als Richtschnur des Zusammenlebens.
Gedanke 3: Minderheiten sind immer gefährdet, ausgegrenzt und in Gefahr, an den Rand der Gesellschaft gedrückt zu werden. Minderheiten brauchen besonderen Schutz ihrer Menschenwürde und -Rechte. Da dies schon auf dem Pausenplatz unserer Schulen beginnt, ist es christlich-ethisch eine notwendige Forderung, dass junge Menschen ab Beginn der Pubertät in der Schule und der Familie über die Arten menschlicher Beziehungsfähigkeit informiert werden und so frei entscheiden können, wer sie sind und welchen Weg sie gehen müssen. Hier von «Beliebigkeit» zu sprechen, ist unanständig, es geht gerade um den «Schutz» gefährdeter junger Menschen!
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