Heinz Angehrn

Meienberg reloaded

Meine Heimatstadt (von NM auch schon als «Furglercity» bezeichnet) macht sich daran, anlässlich des 20.Todestages ihren unflätigsten Sohn zu ehren. Echt erstaunlich, galt er doch vor 30 Jahren als übler Nestbeschmutzer und als Frechmaul. Na ja, denn ehren wir ihn mal, den von Mutter und Schwestern Verzogenen, der nicht einmal die eigenen Socken zu waschen wusste (so offenbarte uns sein «grosser» Bruder Peter einmal in nächtlicher Stunde ziemlich erbost).
Ich erlaube mir zwei Dinge anzumerken:a) Was NM über Furglercity, über die Flade und die spezielle katholische Atmosphäre schreibt, dem kann ich – zwar 12 Jahre jünger – fast in allem zustimmen. Das habe ich als intellektuell frech Pubertierender (leider nur intellektuell, what a pity) in den frühen 70ern selber noch so wahrgenommen. Das war eng, muffig und irgendwie katholisch-militaristisch bedrohlich.b) Ich bin der Meinung, dass NM nicht «grosse Literatur» geschrieben hat, sondern auf hohem Niveau frechen linken Journalismus betrieb. Insofern ist anzunehmen, dass sein Werk einmal (anders als das von Thomas Hürlimann, der die selbe Atmosphäre beschrieb) vergessen geht.

14. August 2013 | 10:31
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
Teilen Sie diesen Artikel!