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Monika Renz geht in einer irgendwie frechen und dabei ganz unbekümmert-undogmatischen Weise an die Gestalt Jesu heran. Natürlich sagt der Titel «Der Mystiker» schon im Kern aus, wie sie ihn deuten will. Und dass nicht die Synoptiker, sondern gerade der historisch schon weit vom Anfang der Jesusbewegung entfernte Verfasser der johanneischen Schriften erster Zeuge ihrer Deutung darstellt, zeigt, dass es ihr – in dem Punkt ist sie Benedikt XVI. ähnlich – nicht um das historisch Beweisbare geht. Es geht ihr viel mehr um die Versprachlichung eines «letzten Geheimnisses». Dass schon ganz zu Beginn des Buches Erich Fromms Unterscheidung von Haben und Sein zitiert wird, zeigt, welcher Art dieses Geheimnis sein wird. Es kann nicht um ein theoretisch-sprachliches Begreifen gehen (das ist Dogma), sondern um ein mystisches Sich-Berühren-Lassen.
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