Heinz Angehrn

Quer durch die Musikgeschichte

Ein spannendes musikalisches Wochenende war das, wir begegneten innert wenigen Stunden den Herren Richard Wagner und Claude Debussy (im grossen sinfonischen Kontext mit deutlich überaltertem Publikum) und ihren Kollegen Hugo Wolf, Luigi Boccherini und Ottorino Respighi (im kleinen kammermusikalischen Kontext, nun gehörten wir altersmässig nicht mehr zu den Jungen). Das Sinfonieorchester St.Gallen unter seinem neuen Chef Otto Tausk patzte nur einmal im ersten wuchtigen Bläsereinsatz im Vorspiel zu «Parsifal», fand dann aber zu überzeugenden Klangfarben (als Mittelstück hörten wir noch eine Nietzsche-Vertonung für Orchester und Bariton durch den holländischen Komponisten Alphons Diepenbrock, es tönte etwas nach Allem und ein bisschen nach Plagiat), das Alberto Giacometti String Quartet (alle jünger als wir – blanker Neid!) hatte Spass an Rythmus und Melodik und fand feinste Pianissimi.Quer durch die Musikgeschichte – keine Minute Langeweile, keine Minute Hässlichkeit. So schön kann das sein.

15. Januar 2013 | 14:42
von Heinz Angehrn
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