Pilgern auf dem Eriksweg
Heute am 3. Fastensonntag machte ich mich auf den Pilgerweg von Uppsala nach Gamla Uppsala, dem Eriksweg.Zuerst Messe um 9:00 h in der Pfarrei und dann ging es los. Die erste Hälfte der Strecke zieht sich durch Wohngebiet – an diesem Sonntagmorgen recht ausgestorben und nur hie und da werde ich von einem Jogger überholt. Der Eriksweg ist zunächst ein Weg aus der Stadt heraus. Dabei hängt der Satz des heutigen Evangeliums nach: …macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle.Ich bin sehr dankbar, dass es still ist an diesem Morgen, dass nicht Massen von Menschen unterwegs sind und ich mich ganz in das Gehen hineingeben kann. Was sie wohl tun – gerade jetzt, die vielen Menschen in den Neubausiedlungen am Stadtrand?
Dann öffnet sich die Landschaft vor mir. Nur noch Wald und Wiesen. Ich atme befreit. Lasse die Stadt hinter mir. Hie und da muss ich meinen Weg suchen, denn es ist noch nicht alles Eis geschmolzen und deshalb nicht alle Wege begehbar. Ich muss ausweichen hinaus auf den Acker, um vorwärts zu kommen.
Wege suchenvorwärts kommenSchrittfür Schritt -wohin?
Eine richtige Fastenmeditation wird mein Gehen über die Felder. Und langsam werde ich leer. Unnötige Gedanken ziehen ab und dann ist nur noch das Herzensgebet der Pilgernden da:
Erbarme dich meiner, o Herr, erbarme dich meiner.
So geht es eine ganze Stunde, dann komme ich an. Nicht am Ziel meines Lebens, aber in der alten Kirche von Gamla Uppsala, wo ich mich hinsetzen und ausruhen kann. Wie gut tut es, nicht nur mit dem Mund zu beten, sondern mit dem Herzen, den Füssen ja mit dem ganzen Körper.
Auf dem Rückweg verlasse ich dann irgendwann die Felder wieder und tauche ein in die Stadt. Sie ist jetzt – am Nachmittag – voll Leben, voller Töne und warmen Farben. Ich sehe sie in ganz anderem Licht – wie meine Fragen, die ich auf den Pilgerweg mitgenommen habe.
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