Die Professionalisierung und ihre Folgen
Mir fällt auf:
a) Im Bereich der Spital- und Heimseelsorge wird neuerdings gefordert, dass ein/e Seelsorger/in nur dann Spital- und Heimzimmer betreten und Menschen besuchen kann, wenn er staatlich geforderte Zusatzkurse belegt hat.b) Im Bereich des Vormundschafts-und Beistandswesens wird umgebaut, so dass es möglichst keine normalen Laien mehr gibt, die etwa als Beistand ehrenamtliche Arbeit verrichten.
Nun denn: Ich habe in fast 32 Jahren Berufstätigkeit unzählige Besuche in Spital- und Heimzimmern gemacht und habe selten das Gefühl gehabt, ich sei dabei unprofessionell vorgegangen. Ich war Beistand von insgesamt drei recht schwierigen und bösen Jungs, die alle einen guten Weg gegangen sind, und bin mir auch heute keiner groben Fehler bewusst.
Ich erlaube mir darum folgende politisch inkorrekte Bemerkung: Eine Vollprofessionalisierung im Sozialbereich bringt zwar unzählige zusätzliche ausgefüllte Formulare und abgehaltene Sitzungen und verbrät unglaublich viel Steuergeld, sie verschlechtert aber eher die Qualität der Betreuung, indem nun nur noch Beamtete in ihrer Beamtetenzeit «betreuen».
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