Wohin führen seine Wege?
In der aktuellen Ausgabe der «Neuen Wege» (12/2012), die ich aus nostalgischer Anhänglichkeit immer noch lese, versteckt sich der Abschied von Rolf Bossart nach fünf Jahren Tätigkeit als Co-Redaktor. Rolf selber – nochmals in der von ihm genial mit dem Namen «In dürftiger Zeit» geschaffenen Schlusskolumne – lässt sich von Abschied gar nichts anmerken bzw. er versteckt seine Abschiedsworte äusserst subtil in einer Betrachtung der Kontroverse Seibt versus Köppel zum Thema «Was ist seriöser Journalismus»? Nun ist Rolf ebenso wenig wie Roger Köppel ein unabhängiger Journalist, sondern ein ideologischer Journalist reinsten Wassers (viel reiner, als Herr Köppel es je erzeugen kann, der ersäuft nun wirklich – da ist Rolf recht zu geben – immer wieder in seinem süffisanten Zynismus). Und er verteidigt zum Abschied seine Position: Die Macht des Faktischen, auf die sich die Rechten berufen, ist durch den Prozess des Schreibens zu brechen bzw. zu verändern; das Subjektive, will heissen die Position der Unterprivilegierten, ist die objektive Wahrheit.
Nun denn, nach fünf Jahren Lesen und Zuhören, das ist nicht meine Position. Dass jemand Opfer materieller Strukturen ist, rechtfertigt nie das Umschreiben der Geschichte. Es grüsst ein letztes Mal der vom milden Linken zum bürgerlichen Humanisten Gemauserte, der sich verbittet, als Idealist lächerlich gemacht zu werden.Und ein PS: Wenn es bloss Opfer materieller Unrechts-Strukturen gäbe, wie einfach wäre dann die Welt! Es ist nicht alles blosser Überbau, was Menschen zum Opfer macht, der Geist (etwa in der Religion) ist ein freischaffend Ding…
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