Heinz Angehrn

Der «organisierte» Tod

Wie selbstkritisch «Exit» in unserer Gesellschaft arbeitet, zeigt sich unter anderem gerade jetzt daran, dass bei Orell Füssli zum 30jährigen Bestehen der Organisation mit grosser Beteiligung ihrer Verantwortungsträger ein Buch erschienen ist, das das Thema kontradiktorisch angeht und verschiedenste Stimmen von Kritikern/innen aufnimmt. Selbst sein Titel, «Der organisierte Tod», ist mehr eine Provokation gegenüber den Mitgliedern als gegenüber der Öffentlichkeit. Denn so wird dort die Arbeit von Exit schon auch wahrgenommen, als ein Organisieren-Helfen des Todes eines Menschen. Und dieses nüchterne Funktionieren einer Organisation kann betroffen machen.
Nur: Solange das Thema Beihilfe zum Suizid noch derart tabuisiert und schon im Ansatz vor-kriminalisiert ist wie in einem gesellschaftlichen Umfeld mit noch so viel fundamentalistischer Religion, braucht es nichts mehr als diese Tugenden: Nüchternheit, Transparenz und Ehrlichkeit. Immanuel Kant wäre wohl auch Mitverfasser dieses Buches geworden!

26. April 2012 | 15:22
von Heinz Angehrn
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