Heinz Angehrn

Das Wesen der Diskriminierung

Da- gestern Abend wieder mal «Philadelphia» lief und ich – wie schon seit bald zwei Jahrzehnten – bei «La mamma morta» in heulige Depression verfiel,- mir bei klarem Tage wieder klar wurde, wie viel besser wir (zwar nicht alle – sic!) Spätergeborenen oder später zur Erkenntnis Gelangten es haben (obwohl das Thema noch nicht ab dem Tisch, aber virulent nur noch in der bewusst promisken Welt existent ist),- und ein Kantianer gelegentlich zur grösseren Seriosität verpflichtet ist, wieder mal dies:
Das Wesen der Diskriminierung ist, dass eine herrschende Mehrheit bewusst nach Minderheiten sucht, denen sie eine gesellschaftliche Sündenbockrolle zuschiebt, um moralisch-ethisch besser über die Runden kommen zu können und sich im eigenen Fehlverhalten nicht oder kaum rechtfertigen zu müssen. Natürlich gibt es Versagen in diskriminierter Minderheit und diskriminierender Mehrheit, aber nur das in der Minderheit wird angeprangert und mit Höchststrafen sanktioniert. (PS: Natürlich ist Promiskuität ein Übel – ethisch wie rein logisch -, aber heterosexuellen Männern wurde sie sie während Jahrtausenden als Kavaliersdelikt zugestanden. Wehe aber den Frauen und den Schwulen.)
Morgen mehr. Bin in streitlustiger Stimmung.

29. Dezember 2011 | 18:27
von Heinz Angehrn
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