Heinz Angehrn

Bös bedrückend

Wie unbarmherzig der Kirchenapparat sein kann, belegt im neuen Publik-Forum (2011-24, S.37) der Artikel über die beiden deutschen Diözesanpriester Norbert Reicherts und Christoph Schmidt. Schon 1998 waren sie als Konsequenz ihrer Partnerschaft aus eigenem Entscheid aus dem priesterlichen Amt ausgeschieden, verdienen seit da ihr Brot in eigener Tätigkeit und haben zudem in Köln ein ökumenisches Zentrum gegründet.
Nun scheint es, dass ganze 12 Jahre später ihre Bischöfe ihre zwangsweise Laisierung durch Rom betreiben. Grund ist, dass sie am Vorabend des Deutschlandbesuchs von Benedetto in Berlin in einer evangelischen Kirche ein «Abendmahl für alle» angeboten und trotz Verbots des Berliner Erzbischofs auch mit 400 Teilnehmenden durchgeführt hatten.
Was beim besten Willen hat Mutter Kirche davon, diese Laisierungen durchzusetzen, ausser das Ausleben von primitiven Rachegefühlen? Niedriger kaum man kaum fallen. Und als Mitbruder der beiden ehrlichen Kollegen schäme ich mich zutiefst.

20. Dezember 2011 | 11:29
von Heinz Angehrn
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