Koroliov plays Bach
Am ersten Meisteryklus-Konzert dieser Saison wurden wir reich beschenkt. Nachdem das Prazák Quartett mit Haydns Opus in D-Dur 71/2 sich und uns fröhlich und virtuos eingespielt hatte, gings richtig zur Sache. Ziel und Endpunkt war nämlich Dmitri Schostakowitsch Klavierquintett op. 57. Dies wurde dann nach der Pause gespielt und fand – in seiner Kombination von wehmütigem Rückblick auf frühere Musik-Epochen und frech-rythmischer Virtuosität, wie sie dem Komponisten eigen war – begeisterte Aufnahme.
Warum ich dies schreibe? Weil es zu einem Klavierquintett noch eine/n Pianisten/in braucht und der sich ja auch einspielen muss. Und so betrat nach den Prazáks Evgeni Koroliov das Podium und spielte das, was man nicht unbedingt zu Haydn und Schostakowitsch, aber zum Interpreten assoziiert: Bach! Genauer war es die Partita D-Dur BWV 828. Ich versank im Stuhle und harrte der logisch-mathematischen Klänge, mit denen ich noch nie warm wurde. Doch nach etwa 3 Minuten schoss ich hoch und war fasziniert. Das war nicht Bach, das war Koroliovs Interpretation von Bach. Und die war subjektiv, emotional und tief im 19.Jahrhundert zuhause.
So wurde das (aus meiner sehr beschränkten Sicht) «Füllsel» zum Höhepunkt. Man lernt nie aus.
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