PF 15
Welches würde der Grundsatztext im «Publik-Forum» nach der Tat Breiviks sein? Darauf warteten sicher etliche von uns mit einer gewissen Spannung.
Völlig unaufgeregt und höchst sachlich tut dies Stephan Hebel (S.13f). Key sentences sind hier: «Wir müssen – als Individuen und als Gesellschaft – unsere Identität verteidigen und stärken. Doch das wird nicht gelingen, indem wir das Neue, Fremde als Feind begreifen.» Und: «Wenn wir verhindern wollen, dass in diesem Klima bald wieder etwas explodiert, dann sollte die Mehrheitsgesellschaft die Konflikte mit dem Multikulturalismus endlich annehmen, statt sie abzuladen.»
Und dann das Interview mit Olav Fykse Tveit (S.17), dem Generalsekretär des Weltkirchenrates. «Solche ‘Heiligen Kriege’ müssen wir ächten. Und wir brauchen seriöse Debatten darüber, was es heisst, in einem multikulturellen Europa zu leben, und was die Kirchen Konstruktives dazu beitragen können.»
Der gemeinsame Nenner also: Multikulturalismus als Chance und Aufgabe ansehen.Klar, aber nur aus der Sicht von Menschen der intellektuellen Oberschicht.Können solche Botschaften überhaupt bei der jungen Wähler-Basis etwa der FPÖ oder der SVP ankommen? Menschen mit bescheidenerem IQ und darum mit höherem Potential an Fähigkeit zu Ressentiments und schnellen Schuldzuweisungen?
Ich frage mich dies auch, weil ich heute meine neuen Real-Schüler sehe, leicht verführbare 13Jährige.
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