Heinz Angehrn

Under the dome

Und so nebenbei etwas zum fast 1300 Seiten langen neuen Wälzer von Stephen King (ich war bis jetzt nicht in der Stimmung, ihn zu lesen, und habe ihn nun ihn knapp drei Wochen «durchgefressen» – mit steigendem Tempo zum Schluss).
Waren die ersten Bücher Kings nach seinem schweren Unfall etwas irritierend (ja ich beziehe in dieses Urteil auch das rasche Ende des «dark tower» ein), hat er sich in den letzten Jahren wieder zu wahrer, etwas altersmilder Grösse erhoben. Schon «Duma Key» hat mich wieder völlig begeistert, und nun diese einerseits phantastische, andrerseits alptraumhafte Vorstellung von der «Käseglocke», eben dem dome, mit dem eine Kleinstadt von der Umwelt abgeschnitten wird.
King war noch selten so politisch, liess noch selten seine Beurteilung der Zukunftschancen von Menschheit und Planet so anklingen wie hier. Wir sind in der Jetztzeit, nach 9-11 und Bush, mitten im Erfolg der Tea-Party drin. Der Bösewicht in «The dome» ist ein grauenhafter Provinz-Faschist, wie er uns nächstens in weiblicher Form mit Sarah Palin droht.
Und – das meine ich mit «altersmild» – King zeigt erstmals mitten im Horror seines Roman-Finales eine geradezu liebevolle Seite in der Betrachtung der Menschen, die bei ihm – nebst der obligaten Helden-Retter-Messias-Truppe – meist nur Schafherden-Ware sind. Die wahre Geschichte des Ollie Dinsmore, das ist überraschend anrührend.
Lesen Sie, lest selbst. Wenn Euch die Länge nicht schreckt! Auch hier verrate ich keine Geheimnisse.

12. November 2010 | 17:59
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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