Heinz Angehrn

Exemplum

Ein Beispiel für mein böses Urteil über die neuen Konservativen aus Gewerkschaften und die von ihnen mehrheitlich beherrschten Parteien SPS und Grüne (Kollega Peter O. und seinen Mitstreitern/innen gewidmet):
Das Thema: Die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten (in St.Gallen geplant bis 20.00 Uhr).Die Argumentation der konservativen Fraktion: a) Durch die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten würden Arbeitnehmer gezwungen, zu ungewohnten Zeiten arbeiten zu müssen, und sie fehlten dann zuhause in ihren Familien. b) Durch die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten werde auch der Sonntag als arbeitsfreier Tag angegriffen (Salamitaktik).Der Gedankenfehler: Gesellschaft und Familie haben sich entscheidend verändert. Es gibt nicht mehr den durchschnittlichen Arbeitnehmer und die durchschnittliche Hausfrau, der/die immer und gut noch morgens nach 08.00 und abends vor 18.30 einkaufen gehen kann. Es gibt immer mehr Singles und Menschen mit «unordentlichen» Arbeitszeiten, die froh und dankbar sind, wenn Läden länger offen sind. Es gibt auch nicht mehr die traute Standartfamilie, in der sich alle abends zum Znacht versammeln. Die Kinder und Jugendlichen sind unterwegs in ihren Vereinen und Clubs, es wird oft gestaffelt gegessen (Bericht von der Front, aus einer ganz normalen Deutschschweizer Pfarrei). Die Argumentation bedient sich Klischees aus den 50er bis 70er Jahren.Der Vorwurf: Ein solcher Kampf gegen eine moderate Ausweitung der Ladenöffnungszeiten ist a) unvernünftig und b) nicht menschenfreundlich.
Und das ist nur ein Beispiel neben vielen.

5. August 2010 | 08:28
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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