Katechese und Konversion
Die Hauptarbeit der Seelsorgenden in unseren Pfarreien liegt dann auch im Bereich Katechese und Liturgie. Für uns mag vor allem die gut ausgebaute Erwachsenenkatechese interessant sein. Wie oben beschrieben, gibt es eine grössere Anzahl von Menschen, die in ihrem Glauben ernst genommen und begleitet werden möchten. Viele von ihnen besuchen den 3 Jahreszyklus des Glaubenskurses, der in vielen Pfarreien angeboten wird. Im ersten Jahr geht es um «basics» des Glaubens und der Kirche etwa um das «Vater Unser», das Glaubensbekenntnis, die Sakramente, das Kirchenjahr usw. Im folgenden Jahr folgt dann die persönliche Reflexion und am Ende des Jahres vielfach die Konversion. Das dritte Jahr ist mehr auf Erfahrung und Austausch angelegt. Im Gottesdienst erlebe ich vielfach, dass Personen beim Kommuniongang vor den Priester treten, sich ihre rechte Hand auf die Brust legen und dann einen Segen empfangen. Sie bereiten sich auf die Erstkommunion vor. Durch ihr Vortreten beim Kommuniongang bezeugen sie ihre Stellung innerhalb der Gemeinschaft in aller Öffentlichkeit. Ich persönlich finde das ein sehr schönes und aussagekräftiges Zeichen. Die Zahl der Konversionen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Für das Jahr 2010 benennt die Diözese Stockholm 112 Konversionen. Die Menschen – und das soll ausdrücklich gesagt sein – treten nicht einfach aus der schwedischen Kirche zur katholischen Kirche über. Es sind vielfach Menschen, die sich vorher als Atheisten bezeichneten und jetzt dem Mysterium des Glaubens auf den Grund gehen wollen. Oft kommen sie auch durch Studienaufenthalte oder Arbeit im Ausland in Kontakt mit der katholischen Kirche und suchen nach der Rückkehr ins Heimatland hier den Kontakt zur Pfarrei. Jener Kardiologe etwa, der in den Ferien in Spanien eine katholische Kirche besuchte und dort den Gottesdienst miterlebte. Nach der Feier, so erzählte er, wusste er, dass er im tiefsten Innersten schon immer katholisch war. Die Verkündigung der frohen Botschaft durch die Liturgie und das Glaubenszeugnis, dass er in der Predigt gehört hatte, haben ihn zutiefst ergriffen. Das Leben und Glauben, Vernunft und Wissen zusammen gehören, das erfahre man in der katholischen Kirche, sagt er weiter. Nie hätte er zuvor so etwas erlebt. Auch er fühlte sich um eine sinnstiftende Erfahrung betrogen. Und: Die katholischen Seelsorgenden leben einen wahren, überzeugenden Glauben vor, von dem sie selber durch und durch beseelt sind. Und sie nehmen mich als Suchenden wahr und ernst, fügt der Konvertit an. Ich wiederum bin berührt von den Worten des jungen Mannes wie er uns als katholische Kirche hier in Schweden wahrnimmt.
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