Wie vorbeugen?
Wenn wir einmal von der Pädophilie absehen, bei der nur schon die emotional-psychische Veranlagung ein Weihehindernis sein muss (conditio sine qua non) und die darum eine ernsthafte Diskussion um den Pflichtzölibat nur ins krankhafte Extrem abtreibt:
Wenn Wunibald Müller mit seiner Theorie recht hat, dann gibt es – sofern der Pflichtzölibat beibehalten werden soll (was nicht mein Wunsch und wohl auch nicht der Wunsch aller vernünftigen Bischöfe ist!) – eine einfache Lösung. Ich zitiere gerne eine Begebenheit anlässlich einer der grossen Weiterbildungstagungen unseres Dekanats.
Ich liess mich wieder einmal zum rhetorischen Zorne reizen in der Frage, dass man nicht einfach junge Männer ins kalte Wasser des kirchlichen Dienstes schmeissen soll. Dann kam natürlich der klassische Einwand, dass ein 25jähriger doch erwachsen sei und genau wissen sollte, wer er sei und was er wolle. Und dann fragte mich mein lieber Kollege Alfons vor aller Augen und Ohren: «Was würdest denn Du als Bischof tun?»
Ich sagte damals und bleibe dabei: Ich als Bischof würde einem so jungen Weihekandidaten sagen: Junger Mann, nun arbeiten Sie einmal einige Jahre als Pastoralassistent, beziehen Sie Ihren guten Lohn, wohnen Sie in Ihrer Wohnung, begeben Sie Sich auf den Markt des Lebens, lassen Sie Sich, wenn Sie jemand Hübschem begegnen, auf Beziehungen ein, und dann kommen Sie in zwei bis drei Jahren wieder zu mir und sagen, dass der Zölibat für Sie die richtige Lebensform ist, Dann können wir über eine Weihe reden.
Dass ich als Reaktion zu hören bekam, so hätten wir keine Priester mehr, beruhigte mich nicht!
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