Kirche unter aussergewöhnlichen Vorzeichen
In den ersten Monaten da ich nun im Schweden bin, habe ich einerseits einen Einblick von aussen in die katholische Kirche erhalten und zum anderen habe ich mich bemüht mit Seelsorger und Seelsorgerinnen ins Gespräch zu kommen. Einige von ihnen leben schon seit vielen Jahrzehnten in Schweden und haben die Entwicklung der katholischen Kirche beobachten können und waren Teil dieser stetigen Veränderung.
Kirche in der Diaspora
Meine Projektstelle hier in Skandinavien, die sich mit dem Pilgern und mit dem Aufbau von Praktikumsplätzen für Theologiestudierende befasst, wird vom deutschen Bonifatiuswerk unterstützt. Das Bonifatiuswerk ist das Werk zur Unterstützung der Katholiken in der Diaspora. Und in der Diaspora fühlt man sich hier wirklich – und zurecht. In dieser säkularisierten Gesellschaft in Schweden gehören nur gerade 1.4 % der Gesamtbevölkerung der römisch-katholischen Kirche an. Das macht für ganz Schweden ca. 110’000 Katholiken und Katholikinnen; das bei einer Gesamtbevölkerung von 9.5 Millionen. Die genaue Anzahl Katholiken und Katholikinnen lässt sich nicht erheben, da viele aus dem Ausland Eingereiste nicht wissen, dass man sich registrieren muss. Die neueste Statistik des Bistums (Juni 2011) zeigt, dass die katholische Kirche in Schweden seit dem Jahr 2003 um 16’000 Mitglieder auf 96’000 (ohne die nicht Registrierten) gewachsen ist. Die katholische Kirche in Schweden ist im Wachsen begriffen.Als ich Anfang Mai hier ankam, sagte mir mein Chef: «Bald kennst du die ganze Pfarrei von Uppsala.» Und so ist es. In der Stadt gehe ich durch die Einkaufszone und weiss, diese Frau dort drüben, die ist auch katholisch und im Bus steigt morgens der Junge ein, den ich am Sonntag als Ministranten wieder treffe. In einer solch kleinen Gemeinde wie wir es sind, hat man schnell den Überblick gefunden. Das obwohl die Gottesdienste am Sonntag und am Werktag gut besucht sind. Ganz Schweden ist nur gerade ein einziges Bistum. Geleitet wird es von Diözesanbischof Anders Arborelius. Ihm zur Seite stehen 158 Priester; 81 davon sind Diözesanpriester und 77 sind Ordensmänner. Eine beachtliche Anzahl von Ordensmännern im Vergleich zur Anzahl Diözesanpriester. Ich werde noch darauf zu sprechen kommen, dass die Klöster hier in Schweden und überhaupt in ganz Skandinavien eine wichtige Funktion einnehmen. 43 Pfarreien gibt es im Bistum Stockholm, dazu kommen noch etwa ein Dutzend Kirchen und Kapellen, in denen regelmässig Gottesdienst gefeiert wird
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