Heinz Angehrn

Unreife Sexualität

(Natürlich) guter (Grundsatz)Artikel im aktuellen «Publik-Forum» (3-2010, S.26-31), in beiderlei Richtungen korrekt.
So zunächst:»Pädophilie … ist kein besonderes Problem der katholischen Kirche … Den Statistiken nach sind die Täter häufiger hetero- als homosexuell. «
Dann aber:»Die verordnete Ehelosigkeit, gepaart mit der grossen Autorität, die Priester qua offiziellem Amtsverständnis noch immer haben, lockt vielfach gerade unsichere, sexuell unreife und beziehungsgestörte Persönlichkeiten an. Diese fügen sich ein in die straffe Hierarchie, zeigen sich brav und angepasst. Hermann Häring kritisiert daher die Priesterausbildung, die seinen Beobachtungen nach heute wieder mehr Unterordnung fordere … Die kirchlichen Rahmenbedingungen erhöhten die Chance für einen Priester, ‘seinen Neigungen ungestraft nachzugehen'».
Ich kommentiere nur kurz:a) Es braucht ein rechtes inneres Ethos, um auf der Basis des oben korrekt Aufgeführten dann, wenn sich irgendwann im Verlaufe des Priesterlebens die Bedürfnisse von Seele und Körper doch durchsetzen, zu widerstehen und den steinigen Weg – den über die Beziehungssuche bei Gleichaltrigen – statt den auf dem Serviertablett des Lebens, sprich der Jugendarbeit, präsentierten zu gehen!
b) Darum sprach und spreche ich von einem «naiven» Umgang und Vorgehen beim Thema «Beten für und um Priester». Der Terminus «naiv» hat mir bereits Tadel beschert. Darum wiederhole ich ihn gern: Unter den Bedingungen des von H.Häring Geschilderten ist solches Beten für neue Priesterberufungen unzulässig, solange der Pflichtzölibat nicht fällt.

15. Februar 2010 | 08:20
von Heinz Angehrn
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