Was in Savognin endete IX
All das hatten sie also nach Savognin mitgenommen: Das stets abwesende Thema Armin, die nie ausgesprochenen Vorwürfe, die Missbilligung, die Kränkungen. Ingo war inzwischen geweiht, war Priester, war verwirrt und versuchte, sich in dieser Rolle zu finden. Das ging noch recht gut zu Beginn, denn die ersten zwei Tage waren Johannes und er allein, wanderten bereits viele Höhenmeter am frühen Morgen hinauf auf eine Alp, um den Sonnenaufgang von der anderen Talseite her zu bewundern. Ingo war, da auch Hella erst am Montag eintreffen würde, Koch und gefiel sich wieder ausnahmegut in dieser Rolle. Und da man nun katholisch und Kleriker war, wurde auch der Sonntagsgottesdienst besucht, und Ingo hatte dort in Savognin seinen ersten und einzigen Primizisegen zu spenden, den der wortgewaltige Ortspfarrer, der am Kirchenausgang den Menschen die Hände zerdrückte, ihm abgerungen hatte. Und so endeten Samstag und Sonntag in Minne, man(n) ging früh zu Bette und stand früh auf.
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