Gabbàti
Eine der klassischen Theorien, die Homosexualität nicht schon in der «genetisch programmierten» Persönlichkeit enthalten, sondern primär in den Erlebnissen der frühen Kindheit entstanden sieht, lautet in etwa (bin kein Psychologe und bitte die Spezialisten um Entschuldigung für eventuelle Naiv-Formulierungen): Die Kombination einer starken Mutter-Persönlichkeit und die Erfahrung einer emotionalen Abwesenheit des Vaters könne homosexuelle Prägung erst schaffen.
Im Falle der Manns kann dies wiederlegt werden: Alle drei Söhne erfuhren den Vater als emotional abwesend, ja ihnen gegenüber anders als den Schwestern sogar als misstrauisch-abweisend. Klaus und Golo waren homosexuell, Michael heterosexuell. Golo schaffte sein Leben, konnte im Rückblick auch erklären und deuten. Klaus und Michael scheiterten. Das Geigenspiel von Michael am Grab von Klaus in Cannes (er ging als einziger zur Beerdigung, die Eltern fühlten sich gekränkt durch das, was ihnen ihr «schwieriger» Sohn angetan hatte …) spricht Bände. Und sein Suizid erfolgte erst, nachdem post mortem die Tagebücher des Vaters veröffentlicht wurden.
Zu untersuchen wäre primär, welcher Art die Schädigung ist, die emotional abwesende Väter verursachen. Die katholische Kirche sollte sich für diese Frage besonders interessieren (das Buch von Karl Guido Rey bleibt bis heute quasi tabuisiert)!
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